Bub Artist
Uhrwerk mit grünem Antriebsrad
Anzeige in das Spielzeug 4/1952; copyright das spielzeug
anticomondo Auktionsbild vom 9.3.2013; coyright anticomondo

Bub Artist 3100

Bei dem, in der Bub Autobahn Preisliste, unter der Artikelnummer 3100  als „Bub Artist“  bezeichnetem Auto, war lange Zeit unklar um was es sich den hierbei in Wirklichkeit eigentlich handeln sollte.

Nach dem Fund eines Uhrwerksautos, welches die gleiche Karosserie wie das Auto der elektrischen Autobahn von Bub hatte, wurde vermutet, dass es sich hierbei um diesen in der Preisliste erwähnten „Bub Artist“ handeln müsste. Es wurde weiterhin vermutet, dass es sich um eine Art Anstoßauto handeln müßte.

Das Auto besitzt ein Bakelitgehäuse welches in verschiedenen Farben bekannt ist. Das Chasis auf welchem das Uhrwerk und die Achsen befestigt sind, sowie die vier Räder des Autos sind aus Blech. Die Räder sind einzeln frei auf den jeweiligen Achsen gelagert, so dass das Fahrzeug einmal aufgezogen ziemlich schnell losbraust.

Frühe Versionen des Autos erkennt man an den relativ dünnen nicht verstärkten Seitenwände, Außerdem ist das Antriebsrad dieser frühen Bub Artisten meist milchig weiß. Die späteren Fahrzeuge sind im Bereich der Türen innen beidseitig massiv verstärkt, sie haben ein grünes Antriebsrad.

Das Uhrwerk des Autos treibt ein fünftes (im Bild rechts grünes) Kunststoffrad  an, welches vorne mittig angeordnet ist. Stößt das Auto auf ein Hindernis prallt es durch die beiden Federn zurück oder wird so abgelenkt das es an dem Hindernis vorbeifährt. Das angetriebene Rad ist etwas schräg eingestellt, kommt kein Hindernis fährt das Fahrzeug also im Kreis. Die Schrägstellung stellt außerdem sicher, dass das Fahrzeug, sollte es gegen ein Hindernis stoßen und zurückgeschleudert werden, beim nächsten Anfahren des Hindernises in einem anderen Winkel auf das Hindernis zufährt. Das geschieht solange, bis dass Auto an dem Hindernis vorbeikommt.

Da die Karosserie des Bub Artist aus Bakelit besteht ist diese relativ bruchempfindlich. Daher sind die Karosserien vieler Bub Artisten (wie auch die der Autos der Bub Autobahnen) geklebt oder es fehlen abgebrochene Ecken zum Beispiel an den Kotflügeln und Stoßstangen.

 

Eine Anzeige in Ausgabe 4/1952 der Zeitschrift "Das Spielzeug" half dann bei der richtigen zeitlichen Einordnung dieser Fahrzeuge. Zusätzlich bestätigte diese Anzeige das Funktionsprinzip des Fahrzeuges:

"Bub Artist, ein Plastikauto mit langlaufendem Uhrwerk, das mit zwei gebogenen Drähten als Stoßstangen ausgestattet ist, wodurch das Auto beim Anstoß an einen Gegenstand nach der Seite ausweicht und weiterfährt."

Weitere Recherchen brachten dann auch noch ein Bild eines Bub Artist im Originalkarton hervor. Im März 2013 war ein Bub Artist mit Originalkarton bei Anticomondo in Bornheim für 160 € plus Aufgeld versteigert worden.

 
Literaturverzeichnis:


Bub Preisliste Elektrische Autobahn ca  1950/51

Bub Preisliste Elektrische Autobahn ca 1951/52

Das Spielzeug, 4/1952, S 281

Auktion vom 9. März 2013, Los 297; anticomondo; Bornheim

 

Der Artikel "Bub Artist 3100" entstand mit freundlicher Genehmigung der Autoren als Auszug aus der Veröffentlichung:

"Die Bub Autobahn"

von Rainer Haug und Dieter Käßer

welche auf dem 31. Tinplate Forum 2017  am 18/19 März 2017 in Schwäbisch Gmünd vorgestellt wurde.

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